Der Steinbock
Alpensteinböcke haben im Vergleich zu Gämsen eher massige Körper, kurze stämmige Beine und einen markanten Kinnbart. Das eindeutige Merkmal des Steinbocks sind die bis 1,40 Meter langen, sichelförmig nach hinten geschwungenen Hörer.
Ihre - noch weiter als bei den Gämsen - abspreizbaren Hufe machen sie zu souveränen Kletterern.
Der aus asiatischen Hochgebirgen stammende Steinbock dürfte erst zu Beginn der Eiszeit in die Alpen eingewandert sein. Er war im gesamten Alpenraum weit verbreitet und bewohnte niederschlagsarme, sonnige Gebiete der Matten- und Felsregionen oberhalb der Baumgrenze.
Der Steinbock wäre wahrscheinlich ganz ausgerottet worden, wenn er nicht im Jagdrevier des italienischen Königs Emanuel II im oberitalienischen Gran Paradiso - Gebiet rechtzeitig eine letzte Zufluchtsstätte gefunden hätte. Bis auf das dortige Restvorkommen von knapp 100 Tieren waren die Steinböcke Anfang des vorigen Jahrhunderts in den gesamten Alpen ausgerottet.
Der Grund für ihre Verfolgung war ein Volksglaube, der diversen Organen heilende Kräfte zusprach. Ihr Horn, z. Bsp. sollte als Schmuck getragen, jegliches Unheil vom Träger fernhalten.
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden nach und nach Steinböcke aus der Gran-Paradiso-Population wieder ausgesetzt. Mit großem Erfolg, denn heute bevölkern wieder mehr als 25.000 Steinböcke die Alpen.
Im Sommer leben die Steinböcke in felsigen Regionen oberhalb der Baumgrenze bis zur Schneegrenze. Als Wintereinstände jedoch benötigen sie sonnige, grasreiche Steilhänge, auf denen der Schnee leicht abrutscht oder abtaut.
Die Paarungszeit dauert von Dezember bis Januar, die Geburt von einem, selten zwei Jungen erfolgt im Juni. Die Steinböcke leben in Gruppen von jungen Böcken und Rudeln von zehn bis zwanzig Weibchen und Jungtieren.
Quelle: DAV-Ressort Natur- und Umweltschutz; DAV-Heft Bergsteigen natürlich
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